Steinbruch wird nach Betriebsaufgabe der Natur zurückgegeben
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Vormaliges Zementwerk Bosenberg mit...
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Steinbruch II an der Beckumer Straße mit erster...
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Stillgewässer-Entwicklungsziel
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Verwendete Pflanzen
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Entwicklungsstand Anfang 2009
Wie kaum eine andere Region Deutschlands ist der Kreis Warendorf durch eine Vielzahl von Zementunternehmen mit ihrer teils sehr langen Geschichte geprägt. Nicht alle Werke werden aber bis zum Ende ihrer genehmigten Vorräte betrieben, so dass in diesen Fällen die Frage aufkommt, was mit den teilausgebeuteten Kalksteinbrüchen geschehen soll. Ein solches Beispiel ist der ehemalige Steinbruch des Zementwerks Bosenberg. Das Familienunternehmen Zementwerk Bosenberg Bücker-Flürenbrock (Bild 1) wurde über 75 Jahre in Ahlen-Vorhelm betrieben (Bild 2) und im Jahr 2007, zwei Jahre nach dem Verkauf an die HeidelbergCement AG, aufgrund von marktbedingten Kapazitätsanpassungen geschlossen.
Nur 10 km entfernt betreibt HeidelbergCement mit dem Zementwerk Ennigerloh eine weitere Produktionsstätte. Nach der Stilllegung des Werks Bosenberg wurde daher überlegt, ob der dazugehörige Steinbruch weiter durch das Ennigerloher Zementwerk ausgebeutet werden kann bzw. verfüllt und/oder renaturiert wird. HeidelbergCement entschied sich schließlich gegen einen weiteren Abbau und für eine Renaturierung des Steinbruchgeländes. Die Rückgabe des 38 ha großen Geländes an die Natur ist auch als Vorleistung für die bevorstehende Steinbrucherweiterung in Ennigerloh zu sehen, denn hier entsteht sehr schnell ein Biotopverbund, der bereits neue Lebensräume bietet, wenn die neue Steinbruchfläche abgebaut wird.
HeidelbergCement hat nach der Demontage der restlichen Betriebsanlagen des ehemaligen Zementwerks Bosenberg im Steinbruch verschiedene Untergrund- und Schutzwallstabilisierungen vorgenommen. Nach der Einstellung der künstlichen Grundwasserhaltung durch den Pumpenbetrieb war klar, dass auf dem Steinbruchgelände durch die Grundwasserzuströmung und das anfallende Niederschlagswasser nach rund 15 bis 20 Jahren eine Stillwasserfläche entsteht (Bild 3), die aufgrund ihrer geschützten und eingegrenzten Form einen biotopähnlichen Charakter haben wird.
In Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde wurden bei der Profilierung der Flachwasserzonen diverse Böschungsneigungen im Maßstab von 1:10 modelliert. Das Gelände wurde im westlichen und südlichen Bereich der Abbruchgrenze mit einem Schutzwall und sehr dichter Heckenanpflanzung aus heimischen und standortgerechten Gehölzen angelegt. Teilweise wurden Steilböschungen durch Einschnitte abgeflacht, einige Schutzwälle mussten versetzt werden. Die Anpflanzungen wurden als 4-reihige Heckenanpflanzung angelegt, wobei eine versetzte, gruppenweise Reihenpflanzung von 1 bis 6 Gehölzen der gleichen Art mit einem Reihenpflanzabstand von ca. 1,5 m gewählt wurden (Bild 4). Alle übrigen Flächen sind der natürlichen weiteren Entwicklung überlassen, wobei anfänglich zunächst eine dreijährige Entwicklungspflege vereinbart wurde. Erst nach ca. 5 Jahren soll überprüft werden, ob die beabsichtigten Pflanzmaßnahmen erfolgreich waren oder ob Störungen die natürliche Entwicklung hemmen.
Durch optische Sichtprüfung werden die HeidelbergCement AG und die Aufsichtsbehörde eine jährliche Erfolgskontrolle vornehmen (Bild 5). Die modellierte Fläche von ca. 36 ha schließt unmittelbar an das europäische FFH-Gebiet „Vinckenwald/Düppe“ im Landschaftsplan Ahlen, das von Naturschutzvertretern im Rahmen von biologischen Pflegemaßnahmen betreut wird. Das Eigentum an den Flächen des renaturierten Steinbruchs wurde an die Stadt Ennigerloh übertragen.
Stephan Wehning 1, Guido Schulte 2, Bernd Helfmeier 3
1 Plant manager, HeidelbergCement AG, Ennigerloh/Germany
2 Properties, plant administration Westphalia, HeidelbergCement AG, Ennigerloh/Germany
3 Landscape designer, Planungsbüro Greiwe und Helfmeier, Oelde/Germany



