Arbeitskreis Rietveld gegründet

Die Zahl industrieller und akademischer Nutzer der quantitativen Phasenanalyse von Zement nach Rietveld ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Ringversuche belegen jedoch, dass zwischen einzelnen Arbeitskreisen z. T. erheblich divergierende Gehalte, insbesondere für C3S/C2S und C3A, gefunden werden. Ursachen sind unterschiedliche Präparationsmethoden, außerdem lassen die Software-Programme zur Rietveld-Analytik unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Verfeinerungsstrategie zu. Die Ergebnisse sind somit nur bedingt vergleichbar.
Diesem Problem wendet sich jetzt die Fachgruppe Bauchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) mit der Gründung eines Arbeitskreises „Rietveld“ zu. Wie Prof. J. Plank, Vorsitzender der Fachgruppe, beim ersten Treffen des Arbeitskreises an der TU München betonte besteht das Ziel darin, ein Protokoll für das methodische Vorgehen bei der Rietveld-Analyse zu entwickeln, welches erlaubt dem tatsächlichen Phasengehalt möglichst zielsicher nahezukommen. Außerdem soll ein Bewusstsein für die Leistungsfähigkeit und Grenzen dieser Methode geschaffen werden.
Die 15 Teilnehmer des ersten Treffens beschlossen, Untergruppen zu bilden, die sich mit folgenden Themenkomplexen beschäftigen: (1) Probenvorbereitung/Präparation, (2) Geräteparameter, (3) Phasenidentifikation und (4) Verfeinerungsstrategien. Die Ergebnisse der Untergruppen werden beim nächsten Treffen am 13.04.2010 an der TU München von den jeweiligen Koordinatoren vorgestellt. Sobald ein Methodenprotokoll erstellt ist, sollen die damit erzielbaren Phasengehalte mittels anderer analytischer Methoden vergleichend überprüft werden. Es ist geplant, das endgültige Protokoll in einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu publizieren. Der Arbeitskreis „Rietveld“ steht Mitgliedern der Fachgruppe Bauchemie, aber auch Gästen offen. Nähere Auskünfte sind bei der GDCh-Geschäftsstelle (ulrike.bechler@gdch.de) oder beim Koordinator des Arbeitskreises (roland.sieber@bauchemie.ch.tum.de) erhältlich.

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