Schwachstellen elimieren, Produktionsprozess optimieren

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement wird das Siemens-Management-Informationssystem Sicement IT MIS künftig unternehmensweit einsetzen. Die MIS-Lösung führt die Betriebs-, Prozess- und Qualitätsdaten der Produktionsanlagen von HeidelbergCement zusammen und stellt sie der Hauptverwaltung in Heidelberg für die zentrale Auswertung zur Verfügung. Das System unterstützt somit bei der kontinuierlichen Optimierung der Produktionsprozesse und trägt dazu bei, die Anlagen kosteneffizienter zu betreiben und die Produktqualität weiter zu verbessern (Bilder 1 und 2).

 

Manuelle und automatische Erfassung
und Auswertung von Daten

Das System ist in der Lage, Daten von unterschiedlichen Leitsystemen oder Automatisierungssystemen zentral zu sammeln, zu verarbeiten und zu archivieren. So werden zum Beispiel die Zählwerte für die Produktionsmengen und die Energieverbräuche zyklisch berechnet und den verschiedenen produzierten Zementsorten zugeordnet. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Erfassung von Werten, die manuell in das System eingegeben werden. Damit werden beispielsweise Brennwerte und der Feuchtegehalt von Brennstoffen, aber auch Materialanlieferungen von Rohmaterial erfasst. Alle Daten können anhand von Kurven visualisiert werden. Dabei ist es auch problemlos möglich, die Daten aus verschiedenen Zeiträumen zu überlagern und so zu vergleichen. Aus den erfassten und archivierten Daten werden mit Hilfe von Microsoft-Excel verschiedene Berichte erstellt, die dem Management die relevanten Informationen liefern, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Zu solchen Berichten zählen zum Beispiel ein Klinker-Produktionsbericht, der Langzeit-Trend des Energieverbrauchs der Zementmühle oder die Langzeit-Überwachung der Klinkerqualität, des Freikalkgehalts und der Klinkermineralien.

 

Schwachstellen eliminieren

Ein weiterer wesentlicher Grund für den Einsatz von Sicement IT MIS war die Möglichkeit, zusätzlich zu den Prozesswerten auch die Meldungen aus den Leitsystemen archivieren und auswerten zu können. Damit lassen sich Schwachstellen in der Anlage noch einfacher auffinden. ­Beispielsweise können durch das Auswerten von Flattermeldungen oft wiederkehrende Störungen noch besser erkannt oder das häufige Umschalten und Anfahren von Betriebsteilen optimiert werden. Dabei kommt das Siemens-Leitsystem Sicement Cemat zum Einsatz, das unter anderem ein umfangreiches Betriebs- und Störmeldesystem beinhaltet. Durch die Einbindung in das PDIS (Process Data Information System) sind auch langfristige Auswertungen möglich.


Pilotprojekt: HeidelbergCement-Werk in Lengfurt

Prozesswerte, Meldungen sowie manuelle Dateneingaben werden auf einem Server-PC archiviert. Die Datenhaltung erfolgt dabei manipulationsgeschützt und unabhängig vom Leitsystem. Durch die Client/Server-Architektur stehen unternehmensweit alle Archivdaten zur Anzeige und Auswertung oder für Optimierungsanalysen zur Verfügung. In einer weiteren Ausbaustufe wird der Zugriff über einen Webclient möglich sein. Damit entfallen die Installation und die Pflege einer Clientsoftware auf den Bürorechnern. Alle Mitarbeiter, die einen Zugang zum System haben, können die Daten und Reports jederzeit abrufen. Da die Produktion mit Sicement IT MIS V7.0 genau verfolgt und relevante Informationen rund um die Uhr abgerufen werden, kann die Produktionstransparenz gesteigert werden. Als erster Pilot fungierte das HeidelbergCement-Werk in Lengfurt. Dort werden Daten aus zwei PCS7-Systemen und aus einer zusätzlichen Simatic-S7-Steuerung im MIS verarbeitet und archiviert. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts wird das Siemens-Management-Informationssystem auch konzernweit zur Verfügung stehen.

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