Moderates Wachstum für die Zementindustrie der Vereinigten Staaten

PCA erwartet eine allmähliche und nachhaltige Erholung der Wirtschaft der USA (Bilder 1 und 2), die auf einem wachsenden Vertrauen der Geschäftswelt und der Verbraucher beruht. Das führt zu einem Anstieg der Ausgaben der Verbraucher und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Mehr Arbeitsplätze, zusammen mit wachsendem Vertrauen, sollten die Grundlage sein, auf der das Wachstum in Fahrt kommt. Es wird erwartet, dass daraus nachhaltige und relativ starke wirtschaftliche Wachstumsbedingungen entstehen.

 

Ausblick zum Wohnungsbau

Es ist unwahrscheinlich, dass Eigenheimbauer ihre Bauaktivitäten beschleunigen, wenn nicht zwei wesentliche Bedingungen eingehalten werden: 1) ein geringer Bestand an nicht verkauften Neubauten, d.h. nach spätestens fünf Monaten sollten sie verkauft sein und 2) stabile oder steigende Preise für Eigenheime. Diese beiden Rahmenbedingungen sollten erfüllt werden, um eine adäquate Renta­bilität für Eigenheimbauer zu sichern, was wiederum ein Anreiz für die Erhöhung von Bauaktivitäten ist. So gesehen ist eine Analyse des Wohnungsbausektors vergleichsweise einfach. Eine merkliche Verbesserung im Wohnungsbau kann nicht beginnen, bevor die Krise der Zwangsversteigerungen vo­rüber ist. Das wird nicht vor 2012 verwirklicht werden. Eine große Menge an Zwangsversteigerungen erhöht die Zahl des Bestands und drückt die Preise für Eigenheime.

 

Ausblick im ­Wirtschaftsbau

Aktivitäten im Wirtschaftsbau werden auch durch die erwartete Rentabilität angetrieben. Ohne eine merkliche Verbesserung der erwarteten Rentabilität werden die Aktivitäten auch im kommerziellen Bau gering bleiben. Es gibt einige Probleme, die einer Erholung der erwarteten Rentabilität im Wirtschaftsbau und Bauaktivitäten entgegenstehen. Dazu gehören eine geringer Grad der Auslastung und Nutzung, unstabile Leasingsätze, zurückgehende Preise bei kommerziellen Aktiva und angespannte Kreditnormen. Es wird seine Zeit dauern, bis diese Bedingungen wieder stimmen und der Erholung im Wirtschaftsbau den Weg frei machen. Das Tempo, mit dem dieser Heilungsprozess beginnt, wird weitgehend von der Stärke der Erholung auf dem Arbeitskräftemarkt bestimmt. Es wird nicht erwartet, dass sich der Wirtschaftsbau schnell erholt, so dass für 2012 keine wesentliche Erholung erwartet werden kann.

 

Ausblick für die öffentliche Hand

Auch für 2011 werden große Staatsdefizite erwartet. Eine Verbesserung im Jahr 2012 mit etwas positiveren Bedingungen wird sich im Jahr 2013 niederschlagen. Auf Grund der Größenordnung der steuerlichen Notlage und der von den Staaten bereits ergriffenen Maßnahmen zur Überwindung dieser Situation ist es schwierig, die Größenordnung einzuschätzen, mit der zukünftige Ausgaben für Bauzwecke von den Regierungen gekürzt werden. Die PCA ist der Ansicht, dass man sehr vorsichtig bei der Einschätzung des Zementverbrauchs durch die öffentliche Hand zu Werke gegangen ist. Somit besteht eher die Möglichkeit, dass die tatsächlichen Werte im Vergleich zur Prognose nach oben abweichen.

 

Die andauernde Notlage im Staatshaushalt muss durch eine Reduzierung der ARRA-Ausgaben (Anreize) (ARRA – American Recovery and Reinvestment Act – 2009 erlassenes Bundesgesetz als Konjunkturprogramm zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise) überlagert werden. 2010 betrugen die ARRA-Ausgaben 11,6 Mrd. US$. Für 2011 erwartet PCA eine Ausgabenhöhe von 9 Mrd. US$. Für 2012 sollen diese Ausgaben 600 Mio. US$ betragen. Hinsichtlich der Zusammensetzung der Projekte wird erwartet, dass diese sich weiterhin von der Neugestaltung von Außenflächen hin zu mehr konstruktionsintensiven Projekten bewegen, die normalerweise mehr Zement erfordern. Die PCA ist allgemein der Ansicht, dass Bundesstaaten, die 2009 nicht so freigiebig waren beim Ausgeben von ARRA Dollars, sich wahrscheinlich mehr „Großprojekten“ im Zeitraum 2010-2011 widmen werden.

 

Ausblick hinsichtlich Zement

PCA erwartet ein moderates Wachstum für die Zement­industrie der Vereinigten Staaten im Zeitraum 2011-2012. Die moderaten Zunahmen im Zementverbrauch für den Wohnungsbau müssen im Zusammenhang mit den stagnierenden Bedingungen im Wirtschaftsbau, mit einer Fortsetzung der ­Finanzprobleme des Staates und einer Abnahme der Ausgaben für das Konjunkturprogramm gesehen werden.

www.cement.org

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