Schneller Service für Cimentas Izmir

Ein führender türkischer Zementhersteller hat sich für Hochleistungsluftkanonen entschieden, die festgesetztes Material von den Vorwärmern entfernen sollen. Damit sollte eine vorhandene Anlage ersetzt werde, die nicht ihre gewünschte Leistung erbrachte und damit die Produktivität des Werks gefährdete.

Mit der neuen Luftkanonenanlage werden Anbackungen entfernt. Dies musste man bislang  täglich per Hand erledigen, was jedes Mal wenigstens zwei Stunden dauerte. Außerdem musste man bislang für eine größere Reinigung die Anlage einmal im Monat herunterfahren.

Das Cimentas Werk Izmir stellt in zwei Produktionslinien täglich 5550 t Klinker her, um die Zementindustrie in der Türkei und in anderen Ländern zu beliefern. Die im Stadtzentrum von Izmir gelegene und 2001 erworbene Anlage ist eine von vier Zementanlagen der Cementir Holding. Cimentas ist der erste türkische Zementproduzent in ausländischem Besitz und hat eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 5,4 Mio. t. Seit 2001 hat Cementir mehr als 530 Mio. US$ investiert, um die Kapazität zu erweitern, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und die Präsenz in der Türkei zu festigen und zu verbessern.

Um das Problem der Materialanbackungen zu lösen, entschied das Werk, Techniker von Martin Engineering mit einer detaillierten Untersuchung zu beauftragen. Diese inspizierten die Vorwärmer und schlugen eine Lösung vor, zu der die Ausstattung des gesamten Vorwärmerturms der 3. Linie mit Luftkanonen von Martin Engineering gehörte. Man erhielt einen Kaufauftrag vom Cimentas Stammhaus in der Türkei für eine versuchsweise Installation innerhalb von zwei Monaten. Nur drei Tage später riefen Verantwortliche des Werks im  Martin Engineering Büro in Izmir, Türkei, an und erklärten, dass die Anlage voraussichtlich für nur 10 Tage außer Betrieb sei, und daher sofort mit der Installation von Luftkanonen begonnen werden müsse.

Martin Engineering in der Türkei stufte daher den Auftrag als besonders dringlich ein. So wurden innerhalb weniger Werktage 50 Hochtemperaturdüsen, 50 Luftkanonen und eine Reihe von pneumatischen Bauteilen und Steueranlagen an das Werk geliefert. Am zweiten Tag des Stillstands kamen die Techniker von Martin Engineering im Werk an und begannen mit dem Umbau. Sie arbeiteten auch nachts durch, bis die Änderungen beendet waren. Sie überwachten die Installation und halfen bei der Programmierung der Luftstoß-Abfolge (Bild 1).

Die Luftkanonen vom Typ Big Blaster® mit Ventilen vom Typ Tornado Exhaust geben einen starken Druckluftstoß ab, um das an den Gefäßwänden anhaftende Material zu entfernen. Die Luftkanone ist eine Kombination aus einem schnell arbeitenden Ventil mit einem starken Luftstrom und einem Druckgefäß (Tank). Die Luftkanonen arbeiten, in dem Druckluft (oder ein anderes Inertgas) im Tank plötzlich durch das Ventil freigegeben und durch Düsen geleitet wird. Diese Düsen können strategisch im Turm, im Kanal, im Zyklon oder an einer anderen Stelle angeordnet sein. Die Kanonen werden oft in Reihe installiert, deren Arbeitsfolge für eine maximale Wirkung genau festgelegt ist und zeitlich eingestellt wird. Somit kann man  den jeweiligen Prozessbedingungen oder Materialeigenschaften am besten entsprechen (Bild 2).

Die zeitlich eingestellte Luftentladung zerstört Materialansammlungen und öffnet blockierte Wege. Feststoffe und/oder Gases können wieder normal fließen bzw. strömen. Um die   Luftkanonen auf die Bedingungen der Anlage des Kunden zu optimieren, können die Luftstöße  mit Hilfe des Betriebsdrucks, des Tankvolumens, der Ventilkonstruktion und der Düsenform spezifiziert werden.

Das zum Patent angemeldete Tornado Ventil, die neueste Errungenschaft in der Ventilkonstruktion von Luftkanonen, wird als Reaktion auf einen von einem Magnetschalter ausgelösten Druckluftstoß tätig. Diese Bauweise verbessert die Sicherheit der Luftkanone, da der Ausstoß ein auslösendes Signal erfordert. Im Gegensatz zum Betrieb mit Unterdruck kann  sich eine mit einem Tornado Ventil ausgestattete Luftkanone nicht ungewollt in Folge eines Druckabfalls entladen. So kann also eine Störung in der Luftzufuhr oder eine gebrochene Leitung keinen Luftstoß auslösen.

Die zwangsläufige Betätigung des Ventils führt auch zu einer schnelleren Entladung und vergrößert die Austrittskraft um 20 % im Vergleich zu Standardkonstruktionen von Luftkanonen (Bild 3). Die schnell arbeitenden Ventile können das Tankvolumen in weniger als 300 Millisekunden freisetzen. Damit wird an der Austrittsdüse, die durch die Wand des Gefäßes oder Kanals geführt wird, eine große Kraft erzeugt. Außerdem wird durch den verbesserten Luftweg des Tornado Ventils der Behälter drei- bis viermal schneller gefüllt als bei Standardkanonen.

In über zwei Jahren Betrieb war kein Anlagenstopp aufgrund einer Reinigung notwendig. Mitarbeiter des Werks berichteten einem anderen Werk von

Cimentas in der Türkei über ihre positiven Erfahrungen, was dazu führte, dass nun eine ähnliche Anlage im Cimentas Werk Elazig installiert wird.

www.martin-eng.com

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