Belastbar, langlebig, wartungsarm

NORD DRIVESYSTEMS
Seit gut zehn Jahren ist Holcim Ltd. mit sechs Betonwerken, einem Zementwerk und drei Steinbruchanlagen in Kroatien vertreten. Für die Förderbandanlagen dieser Betriebe verwendet Holcim Kroatien schon von Anfang an größtenteils Antriebslösungen von Nord Drivesystems. Die Produkte des norddeutschen Herstellers sind jeder Herausforderung gewachsen – ganz gleich, ob es sich um schnell oder langsam laufende Anlagen, um kurze oder weite Entfernungen handelt, und gleichgültig, ob Gestein, Sand, Kies oder Zement transportiert werden soll. Nord projektiert und liefert sichere und wartungsarme Antriebskomponenten über den ganzen Antriebsstrang hinweg. Speziell für Kroatien haben Holcim und Nord einen Dreijahresvertrag über den Austausch der älteren Antriebe geschlossen.

Zementproduktion

Im Holcim-Zementwerk in ­Koromacno an der Ostküste ­Istriens werden seit über zehn Jahren Nord-Getriebemotoren eingesetzt. Das Werk produziert durchschnittlich rund 500 000 t Zement pro Jahr, die Maximalkapazität beträgt sogar 750 000 t. Zement wird in einem kontinuierlichen Prozess aus überwiegend natürlichen Ressourcen hergestellt. Die Rohstoffe – in der Regel Kalkstein und Sand, gelegentlich auch Industrieschlacke und Erze – werden in Steinbrüchen abgebaut oder werden angeliefert. Der Kalk für Koromacno kommt aus einem ca. 2 km entfernten Bergwerk. Der Vorrat für die Zementherstellung reicht hier noch weitere 120 Jahre.

Für sämtliche Transport- und Förderaufgaben sind in Koromacno Nord-Antriebslösungen im Einsatz. Ein Teil der Antriebe ist für den Betrieb in explosionsgefährdeter Umgebung nach ATEX-Zone 21 bzw. 22 ausgelegt. Überwiegend werden Getriebemotoren mittlerer Baugröße verwendet: Stirnrad-, Flach- und Kegelradgetriebemotoren (Bilder 1 und 2) bis 45 kW, die meisten in Schutzart IP55, abhängig von der jeweiligen Aufgabe.

Ein Pluspunkt für die erschwerten Anforderungen ist das Blockgehäuse-Konzept von Nord. Alle Lagersitze und Dichtflächen werden in einer einzigen Aufspannung auf modernsten CNC-Zentren gefertigt. Die Vorteile liegen in der äußerst hohen Betriebssicherheit und Dichtigkeit, der sicheren Aufnahme selbst größter Drehmomente, der hohen Axial- und Radialbelastbarkeit, dem geräuscharmen Lauf sowie dem geringen Wartungsbedarf und der besonders langen Lebensdauer.

Rohmaterialgewinnung

In den Steinbrüchen in ­Sumber (Istrien) und Ocura (nördlich von Zagreb) wird durch Sprengungen Gestein abgetragen, das dann über Förderbänder von Bunker zu Bunker und zur Aufbereitungsanlage gelangt. Dort werden die Steine in Brechern zerkleinert und mit Sieben nach Korngrößen bis 3,3, 8,8, 16 und 32 mm sortiert. Die Endprodukte sind verschiedene Baustoffe wie Brechsand, Splitt, Schotter etc. Anschließend geht es über Fördereinrichtungen weiter auf die Vorratshalden.

Für den Transport des Materials stehen verschiedene Technologien zur Verfügung, die jeweils ihre eigenen Herausforderungen haben. Die Förderbänder, die das gröbere Gestein transportieren, müssen Steigungen bis 25 Grad überwinden. Das Steinmehl bis 250 μm wird mit Becherwerken befördert: An einem doppelten oder zentralen Kettenstrang, einer Gelenkkette oder auf einem Gurt sind V-förmige Becher aus Stahl oder Kunststoff befestigt, die kontinuierlich mit Material beladen werden. Bei Schneckenförderern (Bild 3) transportiert die in einem Trog liegende Förderschnecke die Güter über mehrere Meter. Schwerkraft und Reibung des Transportguts an den Trogwänden sorgen dafür, dass sich das Material nicht mit der Schnecke dreht, sondern kontinuierlich weitertransportiert wird. Ist bei einem hohen Füllgrad die Reibung an der Wand klein, so rotiert das Gut nur quer zur Schneckenachse und wird nicht transportiert. Daher muss beim Senkrechttransport durch Fliehkraft Wandreibung erzeugt werden, wozu hohe Drehzahlen von 250 bis 400 U/min erforderlich sind. Das Fördergut kann horizontal, schräg und vertikal transportiert werden.

Alle diese Förderanlagen werden von Nord-Antriebssystemen bewegt. Nenad Mackic, Betriebsleiter in der Steinbruchanlage Sumber: „Wir schätzen die Antriebstechnik von Nord aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Service und Lieferfähigkeit sind ebenfalls bestens. Nicht umsonst haben wir diese Produkte bereits seit über zehn Jahren in unserer Steinbruchanlage installiert, ohne dass es jemals Probleme gegeben hätte.“

Antriebsspektrum für schwer

gewichtige Förderanwendungen

Die Antriebssysteme aus Bargteheide bei Hamburg eignen sich für alle Arten von Förderern und für nahezu alle Neigungen, Längen und Geschwindigkeiten. Bei kleineren Becherwerken kommen in der Regel Getriebemotoren mit Frequenzumrichtern zum Einsatz, bei größerem Leistungsbedarf – wie in diesem Fall – ungeregelte Getriebemotoren. Aufgrund der zu transportierenden Massen muss der Anlauf sanft über eine Kupplung erfolgen, während die integrierte Rücklaufsperre das Zurücklaufen der Fördereinrichtung verhindert. Mit einem Wirkungsgrad von etwa 95 % stehen die Getriebe je nach Anwendung in Aufsteck-, Fuß- oder Flanschausführung zur Verfügung. Die maximale Leistung reicht bis 200 kW bei einem maximalen Drehmoment von 50 000 Nm.

Auch in Koromacno (Bild 4) ist man mit den Nord-Antrieben zufrieden. Robert Tencic, Einkaufsleiter, und Teodor Gobo, Instandhaltungsleiter bei Holcim Kroatien, schätzen die hohe Lieferfähigkeit und Zuverlässigkeit, die Qualität, den guten Service und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der Nord-Produkte. Durch den modularen Aufbau des Produktbaukastens und die sehr gut aufeinander abgestimmten Einzelkomponenten lassen sich eine besonders große Variantenvielfalt und Flexibilität sowie kurze Planungs- und Montagezeiten und damit eine schnelle Lieferfähigkeit erzielen. Getriebe mit besten Wirkungsgraden, kombiniert mit energieeffizienten Motoren und zentralen oder dezentralen Umrichtern, ergeben vielfältige Systemlösungen mit sehr hoher Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Der jüngst unterzeichnete Dreijahresvertrag sieht vor, in allen Holcim-Werken in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens ältere Getriebemotoren – gleichgültig welchen Fabrikats – gegen Nord-Antriebslösungen auszutauschen. Holcim kann hier von der internationalen Aufstellung der Nord Drivesystems Group profitieren, die mit ihrem Vertriebs- und Servicenetz in mehr als 60 Ländern vertreten ist.

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