„Concretes“ zu Beton

dornburger baustoffthemen 2012, Weimar/Germany (26.– 27.01.2012)
Zu den diesjährigen ­dornburger baustoffthemen unter dem ­Motto „Concretes“ konnten die Geschäftsführer Eckhardt ­Thomas und Heiko Theuerkauf mehr als 120 Kunden und Partner von dornburger zement am Veranstaltungsort in Weimar begrüßen.


Teure Instandsetzung

Das Vortragsprogramm eröffnete Dr.-Ing. Thomas Richter, Geschäftsführer der BetonMarketing Ost GmbH. „Neue Lösungen für ein altes Problem“ – so nannte er seine Zusammenstellung historischer und aktueller Schadens-analysen von Brückenkappen in Deutschland. Auffällig ist, dass einige dieser Elemente, die die tragende Konstruktion vor den Belastungen aus Umwelt und Nutzung schützen, oftmals schon nach wenigen Jahren kostenintensiv instandgesetzt werden müssen. Andere hingegen überdauern viele Jahre weitgehend schadensfrei. Aus früheren und aktuellen Untersuchungen lassen sich keine Zusammenhänge zwischen Schädigungsgrad und Zementsorte, Betonfestigkeitsklasse oder Art des Zusatzmittels erkennen. Vielmehr gibt es Hinweise auf den Einfluss der Herstellbedingungen (besonders auf die Nachbehandlung), das Betonalter bei der ersten Salzbelastung, Anzahl und Stärke der Frost-Tau-Wechsel und Intensität des Einsatzes von Taumitteln. Das DBV-/VDB-Merkblatt „Brücken­kappen aus Beton“ wurde mit seinen wesentlichen Inhalten im Vortrag als aktueller Stand der Technik vorgestellt.

 

Kunststoff – mehr als eine

Alternative zu Stahlfasern?

Dr. Klaus-Alexander Rieder von der Grace Bauprodukte GmbH erläuterte in seinem Vortrag die Eigenschaften von Kunststoff­fasern im Vergleich zu Stahlfasern, ihre Einsatzmöglichkeiten und Rahmenbedingungen. Besonders die Makro-Kunststofffasern mit ihrem relativ hohen E-Modul von rund 10 GPa sind in ihrer mechanischen Wirkungsweise im Beton den meisten Stahlfasertypen sehr ähnlich.

Mit ihren speziellen Eigenschaften erweitern die Kunststofffasern aber das Einsatzgebiet von Faserbetonen erheblich. Besonders hervorzuheben ist die hohe Beständigkeit gegenüber einem chemischen Angriff auf den Beton. Für die Anwendung in Betonen für Stallanlagen, Biogasbehältern und Abwasseranlagen sind sie prädestiniert. Überall dort, wo die Korrosion von oberflächennahen Stahlfasern die langfristige Beton-optik stört, bietet sich ihr Einsatz ebenfalls an. Die nichtvorhandene elektrische Leitfähigkeit und Nichtmagnetisierbarkeit generieren mit Sicherheit noch spezielle Anwendungsmöglichkeiten.

Mit Anwendungsbeispielen aus dem Straßenbau (Whitetopping) mit dünnen Betonschichten, die mit Makro-Kunststofffasern hergestellt wurden, konnten die hervorragenden Eigenschaften dieser Fasern unter realen Verkehrs- und Umweltbedingungen nachgewiesen werden.


Schmidtstedter Knoten:

Spannender Betongigant

Am Beispiel eines Trägers, der für die Spur­erweiterung der Brückenkonstruktion am Schmidtstedter Knoten in Erfurt benötigt wurde und der mit einer Länge von 21 m und einem Gesamtgewicht von 136 Tonnen ein wirklicher Betongigant ist, stellte Ing. Klaus Vogt von der BFE Beton Fertigteilbau Erfurt GmbH eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit seines Unternehmens unter Beweis.
Während seines Vortrages bedankte sich Klaus Vogt für die Unterstützung des Kompetenzzentrums von dornburger zement. Mittels Ultraschall-Messung im erhärtenden Bauteil war es überhaupt erst möglich, den sicheren Zeitpunkt für mindestens 32 N/mm² Abhebefestigkeit zu ermitteln. Bei dem hohen Eigengewicht des Bauteils mussten alle Befestigungselemente im Beton mit 100 %-iger Sicherheit halten – hier gab es keinen zweiten Versuch!

 

Nachhaltige und leistungsstarke

Betone – zwei Welten?

Technische und ökonomische Zwänge waren schon immer Triebkraft für die Entwicklung von Baustoffen und Bautechnik. Neu ist, dass auch ökologische Gesichtspunkte einen Entwicklungsdruck ausüben, betonte Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig, Direktor des F.A. Finger Instituts für Baustoffkunde an der Bauhaus-Universität in Weimar.

Insbesondere ging Prof. Ludwig auf die zukünftige Rolle von Ökobilanzen und Umwelt­deklarationen ein und auf die umweltverträgliche Herstellung von Zement. CEM II Zemente, die unter Verwendung von Hüttensand, Kalkstein oder mit beiden Komponenten hergestellt werden, haben heute mindestens gleiche physikalische ­Eigenschaften wie CEM I Zemente. Bezüglich der Dauerhaftigkeit (Karbonatisierung, Frost- und Frost-Tausalz-Widerstand) weisen diese Zemente im Beton sogar ein deut­lich verbessertes Potenzial auf. Dies konnte Prof. Ludwig mit Untersuchungen des F. A. Finger-Instituts belegen. Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit – das ist also EINE Welt!

www.thomas-gruppe.de

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