Der quantifizierte Abbindeverlauf von Bindemittelpasten und Mörteln

Zusammenfassung: Die in der Gips- und in der Zementnorm genannten Begriffe Versteifen und Erstarren werden ergänzt und zum „Abbindeverlauf“ zusammengefasst. Der Abbindeverlauf besteht generell aus der Abfolge von Versteifungsbeginn und -ende, Erstarrungsende, 650-pond- und 1000-pond-Zeitpunkt. Diesen fünf Kriterien können definierte Eindringwiderstände gegenüber der genormten Vicat-Nadel zugeordnet werden. Mit hier vorgestellten leicht handhabbaren Geräten oder mit einem digitalen Dynamometer können diese Werte auch an Wand, Decke und Boden der Baustelle unter praktischen Bedingungen gemessen werden. So gelingt es, bisher getrennte Prüfkriterien für die erste Gefügeentwicklung von Bindemittelpasten und Mörteln zu einem durchgängigen, mit Messwerten belegbaren und grafisch darstellbaren Abbindeverlauf zu bündeln. Auch kann die jeweilige Abbindegeschwindigkeit im Sinn einer Festigkeitszunahme berechnet werden. 

1 Einleitung und Aufgabenstellung

Nach Abschluss der rheologischen Vorgänge in Pasten und Frischmörteln aus Zement und anderen Bindemitteln läuft der gewünschte Übergang vom flüssigen in den festen Zustand stets in den drei nacheinander folgenden Phasen An- oder Versteifen, Erstarren und Erhärten ab. Das Zement-Taschenbuch [1] zitiert und aktualisiert eine grundlegende Arbeit aus dem Jahre 1981 über das „Ansteifen und Erstarren von Zement und Beton“ [2]. Für die Beurteilung des Ansteifens und Erstarrens von Zement gibt es ein genormtes Prüfverfahren, das Prüfen mit dem Nadelgerät nach Vicat....

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