Aktuelle Entwicklungen bei der Herstellung und Nutzung von Hüttensand

Zusammenfassung: Durch die Notwendigkeit zur Minderung von CO2-Emissionen bei der Zementherstellung hat sich die partielle Substitution von Zementklinker durch Hüttensand etabliert. Im vorliegenden Beitrag wird ausführlich auf den Granulationsprozess von Hochofenschlacke und auf die Auswirkungen des Granuliervorganges auf die Eigenschaften des Hüttensandes eingegangen. Aber auch im Zementwerk selbst lassen sich die Eigenschaften der Hüttensande weiter optimieren, vor allem bei der Aufmahlung. Zukünftig wären auch künst­liche Schlacken oder Schlacken aus anderen technischen Prozessen, die vergleichbare Eigenschaften besitzen, denkbar.


1 Einleitung

Hüttensand wird seit über 100 Jahren auf Grund seiner latent-hydraulischen Eigenschaften als Zementbestandteil und auch als Betonzusatzstoff verwendet. Er entsteht aus der flüssigen Hochofenschlacke als ein Nebenprodukt der Roheisenherstellung im Hochofen und damit der Stahlerzeugung, die weltweit immerhin zu 65  % über die Verfahrensroute Hochofen/LD-Konverter und nur zu 35  % über den Elektroofenprozess stattfindet. Hüttensand wird durch die Zerteilung und extrem schnelle Abkühlung der flüssigen Hochofenschlacke mittels Wasser- oder Luftgranulation erzeugt. Das weitestgehend...

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