Zur Qualitätsverbesserung von β ‑Gipsen

Zusammenfassung: Es wird ein neuar­tiges Verfahren zur qualitätsverbessernden Nachbehandlung von β-Gipsen vorge­stellt. Die Behandlung erfolgt durch kon­trollierte Bedampfung des aus einer vorgeschalteten Kalzinieranlage zugeführten Gipses in einem kontinuierlich betriebenen Wirbelbettreaktor mit zwangsweiser interner Umförderung. Zur Bedampfung wird ein Teilstrom des wasserdampfangereicherten Abgases des Kalzinierprozesses oder einer anderen verfügbaren Quelle als Fluidisier- und Umwälzgas oder aber ein separat erzeugter und in das Umwälzrohr eingeblasener Wasserdampfstrom verwendet. Beide Varianten können kombiniert werden. Nach einer einführenden grundsätzlichen Betrachtung wird das Verfahren, dass zur Prozessintensivierung auch unter erhöhtem Reaktordruck durchgeführt werden kann, sowie die zugehörige Hardware vorgestellt und an Hand der Ergebnisse systematischer Versuche diskutiert.

1 Einleitung

Das Bindemittel Gips, bestehend aus den Phasen Halbhydrat = CaSO4 · ½ H2O, Anhydrit III und II = CaSO4, rein oder in unterschiedlichen Mischungen, wird durch thermische Dehydratation aus Rohgips, z.B. Natur-, REA-, Phosphorgips = Dihydrat CaSO4 · 2H2O inklusive Verunreinigungen, hergestellt. Der wesentliche Bestandteil ist i.a. das Halbhydrat. Dieses und der aus ihm gebildete Anhydrit kommen, je nach gewählten Herstellungsbedingungen, jeweils in einer α- oder β-Modifikation vor. Beide Halbhydrate unterscheiden sich bei gleicher Kristallstruktur in ihrer Morphologie und damit auch...

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