Wieder auf Kurs

54. IEEE-IAS/PCA Conference, San Antonio/USA (13.–17.05.2012)
Die IEEE-IAS/PCA-Konferenz 2012 in San Antonio, Texas/USA wurde von mehr als 900 Teilnehmern besucht. Die vier Tage dauernde Veranstaltung, einschließlich eines Exkursionstages zu den Anlagen TXI Hunter und ­Cemex Balcones, bot ein komplettes ­Informationspaket zu verschiedenen wichtigen Themen für die amerikanische Zementindustrie.

Während des Tages wurden den Teilnehmern unterschiedliche Formate geboten. Durch ein Expertenteam begutachtete technische Artikel, ein Umweltworkshop, Hauptvorträge und Seminare boten eine breite Basis für Wissenstransfer und Informationsaustausch. Es wurden nahezu alle Themen behandelt, die für die Zementindustrie von Bedeutung sind. Die Reduzierung von Emissionen spielte eine besondere Rolle. Die Bestimmungen von NESHAP (National Emissions Standards for Hazardous Air Pollutants – Na­tionale Emissionsstandards für Luftschadstoffe) und NSPS (New Source Performance Standards – neue Grenzwertregelungen) wur­den eingehend diskutiert. Technologische Entwicklungen, ergänzende zementartige Stoffe, alternative Brennstoffe und viele andere Themen standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Abends konnten die Teilnehmer in Hospitality Suiten ihre Diskussionen zu Themen, die am Tage behandelt wurden, intensivieren.

 

Tutorials

Der erste Konferenztag war Tutorials vorbehalten. In der Atmosphäre eines Workshops konnten sich die Teilnehmer zu folgenden Themen informieren:

Automatisierung: ­Drahtlo­se Technologie für Zement­werke

Antriebe: Verschiedene Arten von drehzahlgeregelten Antrieben, Dimensionierung, Auswahl, wie kann man sie in ein Projekt einordnen

Allgemeine Praxis: Mahltechnik: Technische Bewertung von und Fortschritte bei Wälzmühlen

Stromerzeugung: Analyse für das Design von Elektroenergieanlagen

MSHA (Mine Safety and Health Administration), Teil 46, jährlicher Wiederholungskurs

 

Konferenz

Der erste Konferenztag begann mit einer Begrüßung durch ­Corinne Fields (Bild 1), der Vorsitzenden des San Antonio-Organisationskommitees, und mit einem Ausblick für die Industrie von Ed Sullivan, dem Chefökonomen von PCA. Stärker als erwartet bedeuten die Schaffung von Arbeitsplätzen und der Beginn der Erholung in der Bauindustrie Zunahmen bei realen Ausgaben für Bauvorhaben in diesem Jahr - nach sieben aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs. Entsprechend der neuen Vorhersage durch die Portland Cement Association (PCA) wird eine Zunahme des Zementverbrauchs folgen. PCA korrigierte ihre Vorhersage vom Herbst nach oben, d. h. eine maßvolle Zunahme von 3,7 % im Jahr 2012, gefolgt von einem Sprung von 7,6 % 2013 und einer Zunahme von 14,1 % im Jahr 2014. Die Vorhersage umfasst marginale Verbesserungen im Nichtwohnungsbau, eine Korrektur nach oben im Wohnungsneubau und eine aggressive Zunahme bezüglich der Zementintensität, d. h. der Menge des verwendeten Zements pro realem Dollar für Bauaktivitäten. „Der meiste Zement wird in der Anfangsphase eines Baus für Fundamentarbeiten benö­tigt. Die Abnahme an Neubauten während der Rezession hatte eine gewaltige Wirkung auf den Verbrauch und die Intensität,“ sagte Ed Sullivan, der Chefökonom von PCA. „Eine Wiederaufnahme von Neubauten 2012 zusammen mit einem wettbewerbsfähigen Preis von Beton im Vergleich zu anderen Baustoffen führt zu Zunahmen. Mit einem Wachstum der Wirtschaft und Beschäftigung in den Folgejahren werden sich die Strukturprobleme der Bauindustrie verringern“, erklärte Sullivan. So wird zum Beispiel die nachteilige Wirkung von Zwangsvollstreckungen abklingen, und die Rentabilität bei Investitionen im Nichtwohnungsbau wird sich verbessern. Teilweise wegen dieser Verbesserungen werden schließlich die Staatsdefizite durch Überschüsse ersetzt werden. PCA sagt vorher, dass alle Sektoren des Bauwesens im Zeitraum 2014–2015 positive Ergebnisse haben werden, was normalerweise zu großen Zunahmen im Zementverbrauch führt.

Dann befasste sich eine Reihe von Vorträgen mit produktionsrelevanten Themen, wie z. B. Quecksilberemissionen, Energieeffizienz, Antrieben und Motoren.

 

Podiumsdiskussion

Während einer Podiumsdiskussion präsentierten fünf Lieferanten (FLSmidth, BHS, Loesche, Gebr. Pfeiffer, Polysius) von Wälzmühlen ihre Lösungen hinsichtlich einer vorgegebenen Aufgabe. Das Ziel war, eine kostengünstige Mahlanlage mit Wälzmühle mit einer guten Leistung zu errichten, in der 95 % Klinker und 5 % Gips auf 3800 cm2/g Blaine gemahlen werden. Der Energieverbrauch der äquivalenten Kugelmühle betrug 36 kWh/t bei 200 t/h.

Umweltworkshop von PCA

Der Workshop befasste sich mit Updates zu den National Emissions Standards for Hazardous Air Pollutants (NESHAP) und nicht schädlichen Sekundärmaterialien (NHSM) sowie mit Bestimmungen zu Verbrennungsanlagen für festen Gewerbe- und Industrieabfall (CISWI) und mit einem Überblick über Anlagen der kontinuierlichen Emissionsüberwachung (CEM).

 

Werksbesichtigungen

Zuerst wurde die Anlage TXI Hunter besichtigt (Bild 2). Die Erweiterung dieser Anlage wurde schon 2007 beschlossen. Auf Grund der Krise wurde mit dem Bau erst 2009 begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Oktober 2012 geplant. Die Linie wird von Polysius installiert. Dazu gehören ein fünfstufiger, einflutiger Vorwärmer, eine Rohmühle vom Typ Quadropol 45/23-400 mit einem Sichter vom Typ Sepol 41-QMR. Der POLRO-Ofen ist zweifach gelagert und ist mit einem Polflame VN-Brenner (Bild 3) ausgerüstet. Zur Anlage gehören auch ein einflutiger Kalzinator von Polysius und ein Klinkerkühler vom Typ Polytrack (Bild 4). Der Klinker wird mit einem Kurzzellenband transportiert. Der Zement wird in einer Zweikammerkugelmühle von Polysius mit einem Sichter vom Typ SEPOL MSV 330/0 hergestellt. Das Homogenisiersilo und die Aufgabesilos für den Vorwärmer sind Multi-Pack-­Silos von Polysius.

Die zweite besichtigte Anlage war die Anlage Cemex Balcones. Am Anfang der Besichtigung konnten die Teilnehmer eine Sprengung im Bruch verfolgen. Balcones gehört seit 1984 zu ­Cemex. Die Erweiterung begann 2006. Nach der Modernisierung hat die Anlage eine Kapazität von 2,3 Mio. t Klinker und 2,6 Mio. t Zement pro Jahr. Die Anlage Balcones war dreimal Gewinner des globalen Sicherheitspreises von Cemex. 2011 wurde der Energy Star von der Umweltbehörde EPA für eine hervorragende Energieleistung verliehen. In der Anlage laufen ein Brecher vom Typ Hazemag 2500 für das Vor- und Nachbrechen und eine Rohmühle von Loesche vom Typ LM 46.4. Der einflutige, fünfstufige Vorwärmer ist mit einem Kalzinator versehen. Der zweifach gelagerte Pyrorapid-Ofen von KHD hat eine Leistung von 3600 st/d. Der Pyrojet-Brenner von KHD wird mit Koks und Erdgas gefeuert, Der Kalzinator hat einen PyroBox-Brenner, der mit Koks betrieben wird. Der Kühler ist ein IKN-Kühler für 3500 t/d. Mit einem speziellen Mechanismus werden Reifen in das Steigrohr aufgegeben (Bild 5). In der Linie 2 der Anlage läuft eine Koksmühle von KHD. In der Zementmahlanlage wird eine ­Loesche Mühle vom Typ LM 56.3+3 (Bild 6) eingesetzt. Die Schlauchfilteranlage für Ofen und Mühle vom Typ TGT-­Filter von Fives-Solios arbeitet mit Druckluftabreinigung und 7-m-Schläuchen.

Eine Zusammenstellung der Konferenzdaten 2012, d.h. das ­Programm, der Hallenplan für die Ausstellung und die Liste der Aussteller ist unter www.zkg.de zu finden. Weitere Eindrücke von den Betriebsbesichtigungen finden Sie dort ebenfalls.
Die nächste Tagung findet vom 14.–18.04.2013 in Orlando, ­Florida/USA, statt.

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