Technologisch modernstes Zementwerk Nordafrikas

FLSMIDTH
Mit einer Produktionskapazität von fast zwei Mio. t Klinker pro Jahr wird die Anlage Djebel Ressas (Bild 1) in Tunesien das größte und technologisch modernste Werk in Nordafrika sein. Zurzeit schreiten die Arbeiten in Djebel Ressas von der Installation zur Inbetriebnahme voran, um dann später zum Betrieb und zur Wartung überzugehen. Das ist der Zeitpunkt, wenn die Verantwortung dem Kunden übergeben wird. Es wird erwartet, dass der Ofen Anfang 2013 gezündet wird, und derzeit verläuft alles nach Plan, um dieses Ziel zu erreichen.

 

Teamwork beim Bau und in der Realisierung

Carthage Cement wählte FLSmidth als Lieferer für die Maschinen und das Engineering für die neue Anlage aus. Die Verantwortung für das Bauprojekt sowie für die Lieferung des Stahlbaus und der Blechkonstruktionen, für die Baustellenvorbereitung, die Bauarbeiten und die Anlagenmontage wurde EKON übertragen. Dieses Teamwork ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg von Djebel Ressas. „Die Ausgewogenheit zwischen dem riesigen Ausrüstungsumfang und der echt feinen Ausrichtung (Bild 2), die erforderlich ist, ist es, was den Anlagenbau so spannend macht…“ sagte Kent Almar, Chefingenieur für die Mechanik bei EKON.

Djebel Ressas ist in vieler Hinsicht ein ausgezeichnetes Beispiel für ein gut geleitetes Zementprojekt. Obwohl das Projekt mitten in der Finanzkrise ins Auge gefasst wurde, ­gelang es seinen Sponsoren in weniger als zwei Jahren, ­einen der vielversprechendsten tunesischen ­Zementhersteller, Carthage Cement, ins Leben zu rufen, der die größte und wahrscheinlich leistungsstärkste und umweltfreundlichste Zementanlage in Tunesien betreiben wird.

Technologie nach dem neuesten Stand der Technik

Die neue Anlage wurde mit der umfassenden Zielstellung ausgelegt, die Energieeffizienz zu maximieren und die Luftverschmutzung zu minimieren. Zu den Lieferungen von FLSmidth gehören die komplette Anlage mit einer vollständigen brenntechnischen Linie, ATOX und UMS Mühlen, Silos, einem Steuer- und Überwachungssystem vom Typ Expert Control and Supervision sowie einer Packerei. Zum Lieferumfang gehören weiterhin das Gütekontrollsystem QCX, Ausrüstungen zur Gasanalyse und Filter gegen die Luftverschmutzung. In der Anlage wird tatsächlich das Beste von den Unternehmen von FLSmidth enthalten sein und damit dessen Fähigkeit illustrieren, eine komplette Anlage liefern zu können. Die brenntechnische Anlage wird mit Petrolkoks gefeuert, sie ist aber auch vorbereitet für den zukünftigen Einsatz alternativer Brennstoffe. Der Kunde und die Abteilung Alternative Brennstoffe von FLSmidth arbeiten zur Zeit an einem Projekt, unterschiedliche Abfallstoffe, wie Altreifen, Schlamm und Ölkerne, zu sammeln, um sie weiter als Brennstoff zu verarbeiten. Mit diesem Projekt wird Carthage Cement seinen lokalen Wettbewerbern noch weiter überlegen sein.

 

Völlige Transparenz

Ein wichtiges Element, das die ersten erfolgreichen Phasen des Projekts Djebel Ressas unterstützte, war der Einsatz des MyFLSTM von FLSmidth. Das ist ein Intranet-­System, das jedem am Projekt Beteiligten einen schnellen und leichten Zugang zu allen Zeichnungen, Reiseberichten, Plänen oder Tagesordnungen ermöglicht. Wenn an einem Dokument Änderungen vorgenommen wurden, egal ob große oder kleine, werden die entsprechenden Personen sofort über Update-Berichte benachrichtigt. Außerdem versetzen regelmäßige persönliche Treffen, oft auf der Baustelle, und detaillierte Monatsberichte mit Fotos zu jedem weiteren Schritt des Fortschritts Carthage Cement in die Lage, sich über den genauen Zustand des Fortschritts zu informieren.    

Perfekte Logistik auf der Baustelle und bei

der Maschinenlieferung

Nahezu 500 000 m3 Boden wurden ausgehoben. Dank der akribischen Arbeit des Transportteams von FLSmidth kommen die Ausrüstungen aus aller Welt sicher über See in Tunesien an. Jetzt können die vielen unterschiedlichen Teile auf der Baustelle montiert werden (Bild 3). Die Ausrüstungen werden auf einer Fläche von 42 000 m2 gelagert. Ihre genaue Kontrolle ist wichtig. Neben den sehr großen Teilen, wie Getriebe und Mühlen, gibt es auch viele tausende von Teilen, die nur ein paar Gramm oder Kilo wiegen – und alles muss man genau im Auge haben. Jedes Teil wird gebraucht, bis die Installation der Anlage beendet ist. Einige der großen Ausrüstungsteile wurden auf der Baustelle zusammengebaut (Bild 4). Das bedeutet, dass die Konstruktionszeichnungen von FLSmidth täglich sorgfältig studiert werden, um sicherzugehen, dass alles nach den Spezifikationen von FLSmidth zusammengebaut und installiert wird. Neun Turmkräne waren im Einsatz, um die Maschinen zu heben und zu montieren.

 

Inbetriebnahmephase

Die Anlage steht jetzt kurz vor der Inbetriebnahme (Bild 5), und die Frage stellt sich: Wie können Eigentümer von Zementanlagen sicherstellen, dass ihre neue Anlage so schnell wie möglich die spezifizierte Produktion erreicht? Wie wird das richtige Personal gewonnen, eingestellt und ausgebildet, um die neue Anlage effektiv zu leiten? Wie wartet man am effektivsten die Anlage?

Diese Fragen können durch einen Betriebs- und Wartungsvertrag gelöst werden. Carthage Cement unterzeichnete einen Vertrag mit NLSupervision von der FLSmidth Gruppe über den Betrieb und die Wartung von Djebel ­Ressas, einschließlich einer garantierten Produktion von fünf Jahren. Dieser Betriebs- und Wartungsvertrag bedeutet, dass FLSmidth verpflichtet ist, die effiziente Produktion von Djebel Ressas zu sichern und das Werk in den nächsten fünf Jahren in einem ausgezeichneten Zustand zu halten.

Für den Kunden hat ein Betriebs- und Wartungsvertrag einen besonderen Wert. Abgesehen von dem offensichtlichen Vorteil einer garantierten Produktionsleistung – NLSupervision garantiert 1,8 Mio. t Klinker pro Jahr in Djebel Ressas einschließlich des allerersten Jahres – gibt es zusätzliche Vorteile aus dem technischen und kommerziellen Wissen, das eine erfahrene Firma für Betrieb und Wartung bietet. Das ist besonders hilfreich im Falle von Carthage Cement, einem relativen Neuling in der Zementindustrie Tunesiens.

NLSupervision ist ein Spezialist, der alles anbietet, was für ein erfolgreiches Management bei der Errichtung und Realisierung einer Zementanlage sowie für deren Betrieb und Wartung erforderlich ist. In Djebel Ressas bedeutet das, dass das Team von NLSupervision auf der Baustelle ist und die Vorbereitung der Errichtung sowie deren Realisierung durchführt, bevor das vorläufige Abnahmezertifikat unterzeichnet ist. Während dieses Zeitraums liegt die vertragliche Verantwortung noch bei dem Projekt- und Inbetriebnahmeteam. Wenn jedoch das vorläufige Abnahmezertifikat nach der Inbetriebnahme unterzeichnet ist (voraussichtlich 2. Quartal 2013), übernimmt NLSupervision die volle Verantwortung für den Betrieb der Anlage, und der Fünfjahresvertrag beginnt.

Die Vorbereitungsphase ist sehr wichtig. NLSupervision sichert ab, dass vor dem vorläufigen Abnahmezertifikat alles an Ort und Stelle und bereit ist für die Aufnahme des Betriebs der Anlage. Gemäß Vertrag ist NLSupervision verantwortlich dafür, dass alles geliefert wird, was für den Betrieb einer Zementanlage erforderlich ist. Dazu gehören auch Ersatzteile, Verbrauchsstoffe, Arbeitsschutzbekleidung, Wartungsprogramme und vieles mehr, was dazu beiträgt, eine maximale Betriebsstabilität zu garantieren.

Eine der ersten Aufgaben von NLSupervision nach der Vertragsnuterzeichnung war die Einrichtung einer Tochtergesellschaft vor Ort mit Namen NLSupervision Tunisia, die sich im Besitz von NLSupervision befindet. Das ist die erste NLSupervision Niederlassung dieser Art, die völlig in das IT-System von FLSmidth integriert ist. Diese Einrichtung bedeutet somit, dass die IT-Infrastruktur von NL­Supervision in Tunesien völlig kompatibel mit den IT-Einrichtungen im Stammhaus von FLSmidth in ­Kopenhagen ist. Das hat einige große Vorteile. Alles läuft reibungsloser auf Grund der Standardisierung der Ausrüstungen und Software-Lizenzen, und die Beschäftigten in Tunesien erhalten genau die gleiche IT-Unterstützung, als säßen sie in Dänemark. Diese IT-Integration trug auch dazu bei, den Arbeitnehmern in Djebel Ressas das Gefühl zu vermitteln, Teil der größeren FLSmidth Gruppe sein. 

Das computerisierte Wartungssystem Maximo, das ein wesentliches Tool im effizienten Anlagenbetrieb ist und in dem alle Dokumente des Verkäufers gespeichert sind, informiert den Chef der Wartung genau, wann diese an allen Ausrüstungsteilen stattfinden muss. Maximo enthält außerdem wichtige Informationen über Teile, die im Lager vorhanden sein müssen sowie wann und was gekauft werden muss, damit die Anlage reibungslos läuft.

Maximo wurde auch zentral installiert und komplett gesichert, so dass dieses komplexe System geschützt ist. Eine zentralisierte Maximo-Installation bedeutet, dass nur ein System aktualisiert und gewartet werden muss, und dass die gesamte Sicherung an einer zentralen Stelle in Dänemark erfolgt. Nach der Inbetriebnahme werden etwa 30 Leute in Djebel Ressas Maximo nutzen. Im Februar 2012 stellte NLSupervision einen Administrator für Maximo ein, der am Installationsprozess zusammen mit FLSmidth Wadgassen und dem IT-Team teilnahm. Das war ein weiterer Teil des Prozesses, um zu sichern, dass die Übergabe nach der Inbetriebnahme reibungslos verläuft und die Produktionskapazität schnell erreicht wird.

Das Projekt Djebel Ressas zeigt wieder einmal, dass die FLSmidth-Gruppe die Fähigkeit hat, komplette Anlagen erfolgreich umzusetzen. NLSupervision sichert durchgehend hohe Standards, einen reibungslosen Übergang und letztlich bedeutende Einsparungen für Carthage Cement.               

www.flsmidth.com

s. Bild 6, bitte einfügen

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