Special China

VDMA-China-Bericht 2008 – Baumaschinenindustrie

Im November 2008 behandelte der Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in einem Bericht die finanzielle Situation, laufende Projekte und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten in China. Im Folgenden werden ausgewählte Inhalte aus dem Bericht vorgestellt.
           1  Finanzstatus 2008
Nach der Statistik des Staatlichen chinesischen Amts für Statistik vom 14.11.2008 liegen die chinesischen Investitionen in Sachanlagen im urbanen Bereich bei in den ersten zehn Monaten 1131,89 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 27,2% im Jahresvergleich entspricht und 0,3% über dem Wert des gleichen Zeitraums des Vorjahres liegt. Als ein Hauptimpuls für das wirtschaftliche Wachstum bewegen sich die Grundinvestitionen in diesem Jahr im gleichen Wachstumsbereich wie im Vorjahr. Sogar ein leichter Anstieg ist zu verzeichnen. Unter Berücksichtigung des Wachstumsbereichs bei Investitionsgütern im gleichen Zeitraum fällt die Wachstumsrate der tatsächlichen Investitionen in diesem Jahr geringer aus als im Vorjahr. Da der Erzeugerpreisindex im Oktober stark absank, ist jedoch die Auswirkung zukünftiger Preise von Investitionsgütern auf die tatsächliche Wachstumsrate von Investitionen gemildert.
 
Kürzlich hat China eine neue Strategie verkündet, um die inländische Nachfrage anzukurbeln. Daher wird dieser Plan für Großinvestitionen den Investitionsanstieg weiter in die Höhe treiben. Die Statistik zeigt, dass die Investitionen staatseigener und staatlich kontrollierte Unternehmen in den ersten zehn Monaten im Jahresvergleich einen Anstieg von 21,3% verzeichneten. Die Investitionen von Immobilienfirmen stiegen um 24,6%. Die Investitionen der Zentralregierung stiegen um 28,7%, die für lokale Projekte um 27,1%. Die Investitionen in der Grundstoffindustrie, in der verarbeitenden Industrie und auf dem Dienstleistungssektor stiegen um 61,8%, 30,0% bzw. 24,3%.
 
Nach Industriezweigen aufgeteilt, betrug die Zunahme von Investitionen im Kohlebergbau einschließlich Kohlewäsche im Jahresvergleich 41%, bei der Energie- und Wärmeerzeugung 16  %, in der Erdöl und Erdgas verarbeitenden Industrie 34,4%, beim Schienentransport 39,8%, beim Abbau nicht metallischer Minerale und bei Industriewaren 48,6  %, beim Abbau, Frischen und Fließpressen von Eisenmetall 31,4% sowie beim Abbau, Frischen und Fließpressen von Nichteisenmetallen 43.0%. Nach amtlichen Eintragungen betrug der Anstieg von Investitionen inländisch finanzierter Unternehmen im Jahresvergleich 28,3%, und Investitionen von Unternehmen aus Hongkong, Macau und Taiwan bzw. ausländischer Unternehmen nahmen um 19,7% bzw. 17,2% zu.
 
Aus Sicht des Bauwesens und neu begonnener Projekte, betrug der Zuwachs an im Bau befindlichen Projekten 24 257, und die geplante Bruttoinvestition dieser Projekte bedeutet im Jahresvergleich eine Zunahme von 19,2%. Der Anstieg bei neu begonnenen Projekten betrug im Jahresvergleich 16997, und die Bruttoinvestition dieser Projekte bedeutet eine Zunahme von 3,2%. Bezüglich des verfügbaren Kapitals für urbane Investitionen betrug der Anstieg im Jahresvergleich 22,3%. Industrieanleihen stiegen um 14,5%, der Einsatz ausländischen Kapitals nahm um 5,8% zu, und der Einsatz von Eigenkapital stieg um 33,2%.
 
2    Chinas Strategien zur Stärkung der Infrastruktur
2.1 Ankurbelung der Binnennachfrage
Der Vorsitzende des Staatsrats, Wen Jiabao, leitete die Sitzung des Exekutivausschusses des Staatsrats und bestätigte am 05.11.2008 zehn Maßnahmen zur Ankurbelung der Binnennachfrage und zur Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Zu den Maßnahmen zu Investitionen in Sachanlagen gehören die Beschleunigung von komfortablen Wohnungsbauprojekten mit Sondervergütung, Beschleunigung des Baus der ländlichen Infrastruktur, von Eisenbahnen, Autobahnen und Flughäfen, die Beschleunigung der Entwicklung der medizinischen Hygiene und kulturellen Bildung, die Stärkung der Entwicklung einer ökologischen Umwelt, die Beschleunigung unabhängiger Innovationen und struktureller Anpassungen sowie die Beschleunigung des Wiederaufbaus erdbebengeschädigter Gebiete. Weitere Maßnahmen umfassen Einkommenssteigerungen der Bewohner in Stadt und Land, eine komplette Reform der Mehrwertsteuer in allen Industriebereichen sowie die Stärkung der finanziellen Unterstützung des wirtschaftlichen Wachstums. Vorläufige Schätzungen besagen, dass China bis 2010 ca. 452,5 Mrd. € in die erwähnten technischen Bauvorhaben investieren wird.
 
2.2 Investitionen im Transportwesen
In Übereinstimmung mit der ursprünglichen Planung des Transports auf Autobahnen und Wasserstraßen im 11. Nationalen Fünfjahresplan sowie der mittel- und langfristigen Planung der Transportindustrie werden die nationalen Investitionen in den Autobahnbau (einschließlich Schnellstraßen) auf 237,6 Mrd. € geschätzt. Bis 2010 beträgt die durchschnittliche jährliche Investition ca. 15,8 Mrd. €. Ab 2010 bis 2020 wird sie ca. 11,3 Mrd. € erreichen. Der Plan mit einem Umfang von 565,8 Mrd. € beinhaltet zusätzliche 237,6 Mrd. € auf der Basis, dass die ursprünglichen Investitionen fristgerecht oder vorfristig abgearbeitet werden. So könnte nicht nur der ursprüngliche Plan vorfristig erfüllt werden, sondern auch die Binnennachfrage schnell durch zusätzliche Investitionen angekurbelt werden.
 
Diese Investitionen in die Infrastruktur könnten im Grunde sofort wirksam werden. Li Shenglin, Minister für Transport, führte während der Nationalen Transportkonferenz aus, dass das Ministerium für Transport Anstrengungen unternehmen wird, die Mission „11,3 Mrd. € in fünf Jahren“ während des Zeitraums des „11. Fünfjahresplans“ zu erfüllen. Im Wesentlichen soll damit verwirklicht werden, dass alle Dörfer und Städte sowie zu Dörfern ernannte Ortschaften im gesamten Land an Autobahnen angeschlossen sind und dass es in 95  % der Dörfer und Städte und in 80  % der zu Dörfern benannten Ortschaften Asphalt- bzw. Betonstraßen gibt, was im Grunde das Skelett des nationalen Schnellstraßennetzes bildet. Außerdem ist der Bau von fünf nationalen Fernverkehrsstraßen in Nord-Süd-Richtung und sieben in Ost-West-Richtung im westlichen Landesteil komplett fertig zu stellen.
 
Nach Plan werden bis 2010 die Autobahnen des gesamten Landes 2 300 000 km umfassen, die Verkehrswege auf Schnellstraßen im ganzen Land werden 65 000 km betragen, die Strecken von Autobahnen zweiter Ordnung und darunter werden 450 000 km betragen, und die Autobahnstrecken in Landkreisen und Dörfern werden 1 800 000 km erreichen. Insider meinen zu wissen, dass diese Ziele vorfristig erreicht werden.
 
2.3 Investitionen in den Bau von Eisenbahnstrecken
Nach Angaben aus dem Eisenbahnministerium plant China, im Jahr 2009 69,65 Mrd. € in den Bau von Eisenbahnstrecken zu investieren. Vor der Entscheidung des Staatsrats, 452,6 Mrd. € in die Ankurbelung der Binnennachfrage zu investieren, belief sich die voraussagbare Bauinvestition der Eisenbahnverwaltung von Shanghai bis 2012 auf wenigstens 24 Mrd. € bei einer jährlichen durchschnittlichen Investition von 4,8 Mrd. €. Das Eisenbahnministerium gab bekannt, dass die Bauinvestitionen für die Eisenbahn in Ostchina im Jahr 2009 höher als die bisherige Schätzung ausfallen werden. Als eines der wichtigen Projekte des Eisenbahnbaus in Ostchina wurde die Eisenbahnstrecke für den Personenverkehr Shanghai-Hangzhou offiziell bestätigt und soll im Jahr 2009 begonnen werden.
 
2.4 Bau von sechs U-Bahn-Linien in Peking
Die Beijing Track Transportation Construction Corp. gab bekannt, dass der Zeitplan und das Layout jeder einzelnen U-Bahn-Linie in Peking entsprechend Gutachten zur Beschleunigung des Baus der U-Bahn-Strecken, die von der Stadtverwaltung von Peking in Auftrag gegeben worden waren, überarbeitet werden. Nach dem neuen Zeitplan wird die ­gesamte U-Bahn-Strecke von Peking bis 2010 auf 300 km, 2012 auf 400 km und 2015 auf 561 km ausgebaut werden.
 
3    Ausgewählte Nachrichten zu Firmen
Produktionsanlage Terex Changzhou wird gebaut
Am 20. September 2008 wurde der erste Spatenstich zum Bau der Produktionsanlage der US-amerikanischen Terex Corporation Changzhou in Changzhou getan. Die Anlage Changzhou befindet sich nordwestlich von Shanghai. Die Hightechregion von Changzhou wurde als Standort gewählt, weil dort Erweiterungen möglich sind. In Zukunft wird dort eine ­Fertigungsstätte der Terex Gruppe stehen, in der eine Reihe von Produkten der Marke Genie produziert werden.
 
Unternehmenszentrale von Caterpillar in Westchina entsteht in Chengdu

Die Caterpillar (China) Investment Co., Ltd. errichtet offiziell ihre Zentrale für Westchina in Chengdu. Die Wahl fiel auf Chengdu unter dem Aspekt der strategischen wirtschaftlichen Entwicklung.                                         Sany Gruppe errichtet Fertigungsstätte in Zhejiang
Nachdem die Sany Group Co., Ltd. eine Vereinbarung mit der Regierung des Stadtbezirks Wuxing in Huzhou unterzeichnet hatte, wurde der Bau des neuen Maschinenbaubetriebs der Sany Gruppe offiziell im neuen Industriegelände östlich von Wuxing in Angriff genommen. Die erste Stufe des Bauprojekts Wuxing für den Maschinenbaubetrieb von Sany Heavy Industry Co., Ltd. umfasst eine Fläche von 1,33 Mio. m². Hauptprodukte sind ein Raupenkran der Typenreihe SCC und ein Selbstentladefahrzeug für den Bergbau. Die Bruttoinvestition erreicht 860 Mio. €.

TCM (Anhui) Machinery Co., Ltd.
Das Werk von TCM (Anhui) Machinery Co., Ltd. wurde fertig gestellt und die Produktion in der Wirtschafts- und technischen Entwicklungszone von Hefei aufgenommen. Die Gründung von TCM (Anhui) Machinery Co., Ltd. wurde durch den gemeinsamen Beitrag von vier japanischen Unternehmen, nämlich TCM Co., Ltd., Hitachi Construction Machinery Co., Ltd., New Casting Co., Ltd. und Western Japan Trading Co., Ltd., ermöglicht. Das eingetragene Kapital beträgt ca. 23 Mio. €, und die Bruttoinvestition beläuft sich auf etwa 40 Mio. €.
 
Hyundai Heavy Industries plant 1,48 Mrd. € in China zu investieren     Jong-Jin Kim, Präsident von Hyundai Heavy Industries/China erklärte am 02. 07. 2008, dass Hyundai Heavy Industries auch in den kommenden fünf Jahren die Investitionen in China erhöhen wird, die eine Größenordnung von 1,48 Mrd. € erreichen könnten. Mit einer energischen Entwicklung der Marktaktivitäten und Verwirklichung eines gemeinsamen Managements wird Hyundai Heavy Industries das bestehende Geschäft mit Baumaschinen weiter ausbauen und plant gleichzeitig, ein ­neues Werk im Osten Chinas für die Entwicklung neuer Baumaschinen zu errichten. Im Westen Chinas wird noch ein geeigneter Standort gesucht.