Austausch über Rohstoffgewinnung und Innovationen in der Baustoffindustrie

6. Thüringer Baustofftag, Nordhausen/Deutschland (4.11.2010)

Themen der aktuellen Entwicklung des Bergbaus in Thüringen, der Rohstoffsicherung in der Region Nordthüringen, neue Forschungsergebnisse der Alkali-Kieselsäurereaktion (AKR) sowie die Vorstellung technisch innovativer Neuheiten in der Baustoffindustrie waren die Hauptthemen des 6. Thüringer Baustofftag 2010 in Nordhausen, welcher am 4.11.2010 an der dort ansässigen Fachhochschule stattfand. Über 50 Teilnehmer aus der Industrie, Forschungseinrichtungen sowie Ämtern und Behörden waren der Einladung des Unternehmerverbandes Mineralische Baustoffe (UVMB) e.V. gefolgt (Bild 1). Mitorganisator war das im Juli 2010 neu gegründete Innovationsnetzwerk REDUMAD, welches Produktentwicklungen im Baustoffbereich fördert. Ziel dieses Netzwerkes mit 18 bundesweiten Mitgliedern ist die Entwicklung von Baustoffen, die mit einer CO2-Reduktion verbunden sind (REDUMAD – CO2-reduction-material design). Dazu werden passende Projekte gesucht und in geförderte Forschungsvorhaben überführt.

 

Gespräche mit allen Beteiligten, auch dem UVMB seien wichtig für den neuen Landesentwicklungsplan Thüringen, welcher 2012 fertig sein soll, sagte Dr. Marion Eich-Born, Staatssekretärin des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (Bild 2). Im Bereich der Rohstoffgewinnung in Thüringen wolle man „den Spagat zwischen einer mittelfristigen, bedarfsgerechten und möglichst verbrauchernahen Rohstoffsicherung und der langfristigen Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffpotenziale schaffen“. An einer digitalen blattschnittfreien Karte der oberflächen­nahen Rohstoffe Thüringens (KOR 50 TH) würde derzeit noch gearbeitet, so Diplomgeologin Angela Nestler von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) aus Weimar. Derzeit seien etwa 50 % der Fläche Thüringens bearbeitet worden. Von 24 Kartenblättern lägen 10 digitalisiert vor. Aus Kapazitätsgründen sei eine Bearbeitung von nur zwei bis vier neuen Karten pro Jahr möglich.

 

Aluminatisch-silicatische Zusatzstoffe als Bindemittel können eine AKR im Beton vermindern. So lauten die ersten Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Klaus-Jürgen Hünger von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.

Das Potential von Waschschlämmen aus der Sand- und Kiesaufbereitung als Rohstoff für die grobkeramische Industrie und in der Baukeramik war ein weiteres Thema. Untersuchungen an 70 Betrieben hätten ergeben, dass elf von ihnen Waschschlämme produzieren, die als Zuschlag für zahlreiche Anwendungen in der grobkeramischen Industrie gut bis sehr gut geeignet seien, sagte Martin Schmitz von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover. Aufgrund der Plastizität und Scherbenbildung im Brennprozess seien einige Mineralschlämme durchaus auch für die Baukeramik geeignet, erläuterte Dr. Lutz Krakow von der Dr. ­KRAKOW RohstoffConsult aus Göttingen Kleinformatige Bau- und Formteile ohne einen energiereichen Trocknungs- und Brennprozess können mit einem aschege­bundenen Lehm-/­
Feinkornsystem und Extrudiertechnik hergestellt werden. ALEKOM heißt das zugehörige Koopera­tionsprojekt zwischen der KRAKOW Roh­stoff­­Consult und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.

 

www.uvmb.de

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